Brennofen

Bei der Keramikherstellung dient der Brennofen dazu, um bei geeigneten Temperaturen die Ausgangsmaterialien so zu brennen, dass die thermische Stoffumwandlung erfolgt. Wegen der exakten Regelung und Steuerung werden heute vorwiegend Elektroöfen eingesetzt. Neben diesen elektrischen Bennöfen, die einen hohen Strombedarf erfordern, werden im Handwerksbetrieb auch Brennöfen mit chem. Verbrennung verwendet (Gas, fossile Brennstoffe). Grundsätzlich ist es ausreichend, wenn beim Brand der Keramik das chemisch gebundene Wasser bei spätestens 650 °C vollständig verdampft. Ab diesem Punkt ist die thermisch bedingte Veränderung irreversibel. Der Ton ist zum „Scherben“ geworden. Welche Art des Brandes oder welcher Ofentyp gewählt wird, ist zumindest teilweise davon abhängig, welche Art Keramik produziert werden soll, z. B.:
• Nicht gesinterte, schwach gebrannte Irdenware, zirka 650–800 °C,
• Klassische Keramik mit beginnender Sinterung, zirka 800–1050 °C,
• Steinzeug und Porzellan mit vollständiger Sinterung, zirka 1100–1350 °C

Glasur

Die Glasur dient der Oberflächenveredelung von Keramikprodukten und hat im Gegensatz zum kristallinen porösen Grundstoff eine glasartige, geschlossene Oberflächenschicht. Glasuren dienen seit den Anfängen der Töpferei hauptsächlich dazu, den porösen Scherben mit einem wasserundurchlässigen Überzug zu versehen. So konnten auch bei niedriger Brenn-Temperatur Artikel hergestellt werden, die zur Aufbewahrung von Lebensmitteln und Getränken geeignet sind.

Keramik

Unter Keramik versteht man eine Gruppe anorganischer, nichtmetallischer Werkstoffe. Die Bezeichnung Keramik stammt aus dem Altgriechischen. Keramos (κέραμος) war die Bezeichnung für Tonmineral und die aus ihm durch Brennen hergestellten formbeständigen Erzeugnisse.
Der Begriff Keramik umfasst neben den Rohstoffen, die für die Herstellung keramischer Produkte verwendet werden, und ihrer Aufbereitung zur eigentlichen Keramik (Tonkeramik, Porzellan, technische Keramik, Glaskeramik, Verbundkeramik) auch die aus Keramiken geformten und gebrannten Gegenstände selbst, die als Bauteile, Gebrauchs- und Ziergegenstände oder Werkzeuge verwendet werden.

Keramiker

Der Beruf des Keramikers ist in Deutschland eine Rarität. Bislang gab es im Keramiker-Handwerk die drei Fachrichtungen Baukeramiker, Dekoration und Scheibentöpferei. Dies entsprach in etwa den unterschiedlichen Arten von Keramik- und Töpferbetrieben. Die Raku-Keramik, auch nur Raku genannt, entstand sehr früh in Japan. Diese Töpfertechnik wurde erst vor wenigen Jahrzehnten in Europa bekannt.

Mixed Media

Das eingesetzte Material für keramische Arbeiten hat sich in den letzten Jahren sehr erweitert. Klassische Werkstoffe wie Ton oder Porzellan werden zum Beispiel mit Metallen, Stein oder Holz kombiniert. Eigenarten und widersprüchliches von Materialien und deren möglichen Oberflächen wie z.B. Rost oder Patina werden in die keramischen Arbeiten integriert.

Paperclay

Paperclay (manchmal auch übersetzt Papierton genannt) ist eine Mischung aus Ton, Papierfaserbrei (wie er beim Papierschöpfen verwendet wird) und Wasser. Das Mischungsverhältnis kann bis maximal 40 Volumenprozent Papierfaserbrei und 60 Volumenprozent Tonbrei betragen. Zum Bearbeiten wird der Papiertonbrei auf Gipsplatten so lange getrocknet, bis eine modellierfähige Masse entsteht. Der Anteil von Ton in dieser Mischung ist also immer höher als der Anteil von Papier, darum lassen sich daraus geformte Gegenstände im Keramikofen brennen, ohne dass sie beim Verbrennen der Papieranteile ihre Festigkeit verlieren. Paperclay hat im Gegensatz zum „normalen“ Ton außergewöhnliche Eigenschaften: Daraus geformte Gegenstände lassen sich in fast allen Trockenstadien noch bearbeiten oder sogar ganz neu an den geformten Gegenstand ansetzen. Die Wandstärke der modellierten Formen kann von relativ dünn bis mehrere Zentimeter Dicke betragen. Beim Brennvorgang verbrennen die Papierfasern unter starker Geruchsentwicklung und es entstehen mikroskopisch feine Hohlräume, die das fertige Brennstück leichter (um den Papieranteil), aber trotzdem sehr stabil machen (etwa wie bei Korallen).

Raku

Die Raku-Keramik, auch nur Raku genannt, entstand sehr früh in Japan. Diese Töpfertechnik wurde erst vor wenigen Jahrzehnten in Europa bekannt. Bei der Raku-Technik wird die Töpferware sodann glasiert und um die 1000°C in Öfen oder Gruben gebrannt. Die noch glühenden Töpfereiprodukte werden dann aus der Feuerstelle bzw. dem Ofen direkt in einen mit Sägemehl, Stroh oder Holzmaterial gefüllten, geschlossenen Behälter gebracht. Durch die Verbrennung wird Sauerstoff entzogen und es entsteht ein Reduktionseffekt, der die typischen Raku-Keramik-Farbeffekte hervorruft.

Scherben

Wird Ton erstmalig für die Herstellung von Keramik gebrannt, so nennt man das Ausgangsprodukt Scherben. Die Umwandlung von Ton in den sog. Scherben beginnt bei ca. 650°C. Liegen die Brenntemperaturen unterhalb von 1000°C (Schrühbrand, Vorbrand, Rohbrand), so ist diese Töpferware (Scherben) noch porös, somit wasserdurchlässig und auch nicht frostfest. Um wasserfest zu werden, wird der Scherben glasiert und nochmals gebrannt (Zweitbrand, Glattbrand)

Steinzeug

Als Steinzeug (Gruppe Tonzeug) bezeichnet man Tonwaren, deren Scherben beim Brand wasserdicht gebrannt werden, d. h. sie verglasen oder sintern. Typische Temperaturen, die diesen Prozess einleiten, liegen über 1200°C. Steinzeug weist eine helle bis braune Färbung auf.

Ton 

Ton ist der wichtigste und älteste Rohstoff für die Herstellung von Keramik.Die Tonminerale sind Verwitterungsprodukte von Silikatmineralen, vorwiegend wasserhaltige Aluminiumsilikate. Tonminerale, die zur Fertigung von Keramiken verwendet werden, müssen eine gute Formbarkeit der Tonmasse aufweisen, der Schwund beim Trocknen und auch während des Brennens soll möglichst gering sein und die Stabilität soll während des Brennvorgangs gewahrt bleiben.

Quellennachweis:

Texte teilweise aus Keramik-Kunst & Wikipedia

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Volker Persy

(Volker von Walsum®)

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